Infos/News
Mit der Gründung des „Forschungsvereins Rainman’s Home“ (2000), der sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung unterstützen will, wird ein notwendiger neuer Forschungsakzent gesetzt. Der Forschungsverein liefert das theoretische Fundament für die Praxis in den Betreuungseinrichtungen von Rainman’s Home. Durch diese Nähe zwischen Betreuungsprojekten und Forschungsaktivitäten ist zu erwarten, dass insbesondere praxisrelevante Forschung gefördert wird und diese wiederum zur Qualitätssicherung der Projekte beiträgt.
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4. Autismusforum rainman’s home
„Asperger-Syndrom“
Autismus wird in unseren Breiten heutzutage früher erkannt als in den Jahren davor. Das ist mit ein Grund dafür, dass die Schätzung über die Zahl der Betroffenen ständig ansteigt, allerdings ganz sicher nicht der einzige. Noch ist nicht bekannt, wodurch Autismus verursacht wird, die genetische Bedingtheit erscheint aber immer klarer. Die Gründe für die entscheidenden Veränderungen in den Erbanlagen sind jedoch bis heute nicht eindeutig erkannt. Im Moment ist davon auszugehen, dass zwischen einem halben und einem Prozent der Menschen eines Geburtenjahrganges an einer Störung im Autismus-Spektrum leiden.
Irrtümlicherweise wird das „Asperger-Syndrom“ für eine „leichte Form des Autismus“ gehalten. Rein medizinisch und auf den ersten Blick ist das korrekt und verständlich, aber im Alltagsleben können die Probleme der Asperger-Autisten unerwartet groß sein, da ihre speziellen Bedürfnisse nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und von diesen Menschen folglich eine Normalität erwartet wird, die sie auch unter größtem Bemühen nicht erbringen können. Dadurch entsteht unerträglicher Druck, der auf diesen „Aspis“ lastet. Da sie über viele Fähigkeiten verfügen, können sie wohl ihr ständiges Scheitern in zwischenmenschlichen Bereichen erkennen, aber nicht erklären. Viele verzweifeln an ihrer Situation und schwerwiegende Folgen können auftreten. Noch immer ist die Zahl der Menschen mit fehlender oder falscher Diagnose im Bereich des „Asperger-Syndroms“ recht groß.
Für die meisten von ihnen ist es eine entscheidende Erleichterung, durch die gestellte Diagnose nach langen Jahren endlich zu erfahren, worin ihre speziellen Probleme begründet sind. Die Diagnose erhält ihre hauptsächliche Bedeutung, wenn sie zur Verstehensdiagnose wird. Aus dem Erkennen lassen sich Einsichten gewinnen und schließlich daraus das Verstehen ableiten. Das gilt für Menschen an der Seite von Autisten ebenso wie für „Asperger-Autisten“ selbst. Diese sind zu beachtenswerten Leistungen fähig, wenn im Umfeld auf sie eingegangen wird. Strukturierungen und eine entsprechende Berufswahl sind von entscheidender Bedeutung. Voraussetzung aber ist, dass man die komplexen Zusammenhänge der unterschiedlichen Aspekte des autistischen Seins erkennt, um aus dem Verstehen zu einer viablen Lebensform zu finden oder geleitet und begleitet zu werden.
Autismus ist aus unterschiedlichen Sparten der Wissenschaft zu betrachten. Daher wird die Interdisziplinarität auch beim 4. Autismusforum rainman’s home bewusst betont.
Referenten:
Anton Diestelberger
Diplom-Pädagoge, Studium der Pädagogik/Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien. Obmann und Geschäftsführer von Rainman’s Home.
Christopher Gillberg
Professor für Psychiatrie an der Universität Göteborg in Schweden. Schwerpunkte seiner Arbeit sind vor allem Asperger-Syndrom, Autismus, ADHS; vielfach ausgezeichneter Wissenschafter; zahlreiche Veröffentlichungen, besonders zum Thema Autismus, auch zusammen mit seiner Frau (Gillberg/Gillberg).
Georg Spiel
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neuropsychiatrie und Neurologie, Dozent an der Universität Wien, Obmann und fachlicher Geschäftsführer von „pro mente: kinder, jugend und familie“ und Vorstandsmitglied im Forschungsverein Rainman’s Home. Wissenschaftlicher Beirat von Rainman’s Home.
Georg Theunissen
Diplom-Pädagoge, Studium der Erziehungswissenschaften, Heil- und Sonderpädagogik; Professor für Geistigbehindertenpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Veröffentlichungen zu unterschiedlichsten Themen der Behindertenpädagogik, besonderer Aspekt: Empowerment; aktuell zum Thema: Autismus. Neues Denken – Empowerment – Best-Practice.
Michaela Sommerauer, geb. Hartl
Sonder- und Heilpädagogin, seit 1995 in Wien im Bereich Autismus-Spektrum tätig.
Therese Zöttl
Diplom-Pädagogin, Studium der Pädagogik/Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien. Pädagogische Leiterin von Rainman’s Home.
Brigitte Rollett
Bekannte österreichische Psychologin und emeritierte Ordinaria der Universität Wien. Nach Professuren in Deutschland von 1979 bis 2003 o. Prof. und Vorstand der Abteilung für Entwicklungspsychologie und pädagogische Psychologie, Institut für Psychologie, Universität Wien, klinische und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin sowie Präsidentin der Gesellschaft für Lerntherapie. Wissenschaftlicher Beirat von Rainman’s Home.
Thomas van der Stad
Diplomstudium der Kunsttherapie / Kunstpädagogik FH Bremen,
NDS Management and Leadership HfH Zürich in 2003–2009
Geschäftsführer autismuslink und Geschäftsführer autismusschweiz seit 2009
Therapeutische und sozialpädagogische Mitarbeit und Leitung in Institutionen, insbesondere für erwachsene Menschen des autistischen Spektrums 1994-2009, Artconsulting projektbezogener Mandate, seit 2008, Dozent HFS Agogis / Zürich seit 2009
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